1/09/2008

Herbst in Peking

So, in erster Linie wegen dem Thomas, hier der kurze "U-Bahn"-Auszug aus "Herbst in Peking", einem Buch das weder im Herbst noch in Peking spielt, dafür aber wohl von einem meiner liebsten Autoren, Boris Vian, geschrieben wurde:
"Ganz in der Näher war das klaffende Loch der Metro, die Gruppen Unvorsichtiger in ihren schwarzen Schlund zog. In Abständen erfolgte die umgekehrte Bewegeung und mühsam spuckte se ein Paket blaß gewordener, geschwächter Individuen aus, die an ihren Kleidern den Geruch der Eingeweide des Ungeheuers trugen, die stark stanken."

Und hier noch ne Themenverfehlung, da ich eben festgestellt habe, gleichzeitig lesen und tippen zu können, was ich nun mit folgendem Absatz, zitiert aus dem Übergang des ersten zum zweiten Teil des Buches, nochmal überprüfen werde:
"Es besteht aller Grund, jetzt eine Minute innezuhalten, denn die Sache verwickelt sich nun und zwar in gewöhnliche Kapitel. Man darf auch wissen warum: Es gibt schon ein Mädchen, ein hübsches Mädchen. Es werden noch andere kommen, und unter diesen Umständen kann nichts von Dauer sein.
Andernfalls wäre es sicherlich öfter lustig; aber bei Mädchen muß es auch Trauriges geben; nicht etwa, daß sie das Traurige lieben - sagen sie wenigstens - aber es kommt mit ihnen. Mit den hübschen. Bei den häßlichen könnte man darüber reden: es ist genug, daß es welche gibt. Übrigens sind sie alle hübsch.
Eine wird Cuivre heißen und die andere Lavande, und die Namen von manchen anderen kommen später; aber weder in diesem Buch noch in der gleichen Geschichte.
Es wird viele Leute geben in Exopotomaien, denn es ist eine Wüste. Die Leute versammeln sich gern in der Wüste, denn dort ist genügend Platz. Sie versuchen, dort wieder Dinge zu tun, die sie überall sonstwo taten, und die ihnen hier neu erscheinen; denn die Wüste bildet einen Bühnenhintergrund, vor dem sich alles gut abhebt, vor allem, wenn die Sonne, mal angenommen, besondere Eigenschaften besitzt.
Die Wüste wird oft gebraucht. Arthur Eddington hat das Mittel verraten, wie man alle Löwen einsammeln kann, die sie enthält; man braucht nur den Sand zu sieben, und die Löwen bleiben auf dem Drahtgefelcht zurück. Dies führt zu einer Phase - und zwar der interessantesten - nämlich der Rüttelphase. Am Ende hat man schliesslich alle Löwen auf dem Drahtgeflecht des Siebes. Doch Eddington hat vergessen, daß auch Kieselsteine zurückbleiben. Ich glaube, daß ich dann und wann von den Kieselsteinen reden werde."

In jedem Fall hat jeder Mensch die Pflicht sich zumindest mal das erste Kapitel des Buches durchzulesen. Wem das nicht zusagt der macht definitiv etwas falsch, muß zum "Herzausreißer", ebenfalls von Vian greifen, oder hat sich bereits zu sehr in einem ungesunden Thomas Bernhard Personenkult verloren, da ich nicht annehme, daß es Thomas Bernhard Youtube Videos gibt, in denen er ausdrücklich Boris Vian als sein großes Vorbild angibt, was allerdings, wäre dies doch der Fall, meine Vermutung ins genaue Gegenteil spiegeln liesse.

Ein weiterer Autorenheld kristallisiert sich für mich desweiteren gerade in Raymond Queneau heraus, dessen Buch "die blauen Blumen" ich gerade lese und das mich, zumindest mal bis zwischen Seite 64 und 65, genau an der Stelle an der mir mein Lesezeichen die wildecker Herzbuben entgegen lächeln lässt, von denen der links am Photo Abgebildete im übrigen der Großcousin von Bruce Willis ist, noch viel mehr unterhalten hat, als die eben erwähnte Tatsache.

stirb langsam...

1 Comments:

At 8:32 PM, Blogger deine Mutter said...

Herbst in Peking ist im übrigen (gibts zu im Übrigen/übrigens auch irgendeine Sache die man beachten muss?) auch eine Band, die das tolle Lied "Jesus im Schnee" gemacht hat, dass wunderbar zu unserem anderen Thema passt. Der Kreis schließt sich. Jesus war so cool!

Und ich find, dass der Linke Wildecker Herzbub zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit Bruce Willis hat (wegen dem Moderrad), aber gar keine mit Robbie Williams.

 

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